Lkw Versicherungslexikon
Eigenschadendeckung
Verursacht der Gebrauch des versicherten Fahrzeugs Schäden an dem Gebäude im Eigentum des Versicherungsnehmers, einem anderen Fahrzeug oder sonstigen Sachen des Versicherungsnehmers, sind diese mitversichert.
Bitte beachten Sie, dass die maximale Entschädigungsgrenze und die Selbstbeteiligungen je Versicherer und Tarif variieren.
Die Eigenschadendeckung ist eine spezielle Erweiterung des Versicherungsschutzes, die insbesondere für Unternehmen mit großem Fuhrpark oder bei Lkw-Versicherungen relevant ist. Sie greift, wenn durch ein versichertes Fahrzeug ein Schaden am eigenen Eigentum oder an anderen unternehmenseigenen Fahrzeugen entsteht - also ein sogenannter Eigenschaden. Solche Fälle sind in der regulären Kfz-Haftpflichtversicherung nicht abgedeckt.
Was ist ein Eigenschaden?
Ein Eigenschaden liegt vor, wenn ein Versicherungsnehmer mit seinem Fahrzeug Schäden an seinem eigenen Vermögen verursacht. Beispiele:
- Ein Lkw-Fahrer rangiert auf dem Betriebshof und beschädigt ein dort abgestelltes Firmenfahrzeug.
- Ein Transporter stößt beim Einparken gegen das eigene Firmengebäude.
- Ein Mitarbeiter fährt mit einem Firmenwagen eine unternehmenseigene Schranke um.
Da diese Schäden nicht Dritten zugefügt wurden, springt die gesetzliche Haftpflichtversicherung hierfür nicht ein. Hier kommt die Eigenschadendeckung ins Spiel.
Wie funktioniert die Eigenschadendeckung?
Die Eigenschadendeckung ist in der Regel eine Zusatzleistung, die explizit mit dem Versicherer vereinbart werden muss. Sie wird häufig im Rahmen der Verkehrshaftungsversicherung oder einer erweiterten Betriebshaftpflicht für Transportunternehmen angeboten. Der Versicherungsschutz umfasst meist:
- Schäden an anderen firmeneigenen Fahrzeugen,
- Schäden an Gebäuden oder Einrichtungen des eigenen Unternehmens,
- Vermögensschäden durch den Ausfall eigener Transportmittel.
Deckungsumfang und Grenzen
Die genauen Bedingungen der Eigenschadendeckung können je nach Anbieter unterschiedlich sein. In der Regel gelten folgende Einschränkungen:
- Es gibt eine Selbstbeteiligung pro Schadenfall.
- Der Versicherungsschutz ist auf bestimmte Schadensarten oder Höchstbeträge begrenzt.
- Vorsätzlich verursachte Schäden sind grundsätzlich ausgeschlossen.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Frage, ob die Schäden durch betriebliche Tätigkeiten (z.B. Be- oder Entladevorgänge) oder durch den reinen Fahrbetrieb verursacht wurden.
Für wen lohnt sich die Eigenschadendeckung?
Vor allem Speditionen, Logistikunternehmen oder größere Handwerksbetriebe mit mehreren Fahrzeugen profitieren von dieser Zusatzabsicherung. Insbesondere bei innerbetrieblichen Fahrten und auf engem Raum (z.B. auf Betriebshöfen) ist das Risiko für Eigenschäden erhöht. Durch die Eigenschadendeckung lassen sich im Ernstfall hohe Kosten vermeiden.
Die Eigenschadendeckung ist damit ein sinnvolles Sicherheitsnetz für Unternehmen, die sich gegen finanzielle Verluste durch selbst verursachte Schäden am eigenen Eigentum absichern wollen.
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